20100903

Homework

...oder besser Deutsch-Hausaufgaben. Jaja, ich hab ja gesagt, ich poste heut was. In Deutsch hatten wir also einen kleinen Auszug aus dem Grimm-Märchen "Die Sterntaler", und sollten eine eigene Geschichte schreiben, die eher in der Neuzeit spielt. Meine ist jetzt eigentlich nicht modern. Aber na ja... mir kamen dann iwelche Ideen, die waren zu blöd, um wirklich ne kleine Geschichte draus zu machen. Z. B. wie das Mädchen im Casino in Monte Carlo am Einarmigen Banditen gewinnt... xD Nun denn. Hier ist die Story, die ich letzendlich geschrieben habe + Illu.



Mit dem Frühling in ein neues Leben schreiten


D
ie kleine Michelle, lebte seit fast zwei Jahren in einem Waisenhaus. Als sie sieben Jahre alt war, sind ihre Eltern verunglückt. Doch sie weiß nicht wie. Michelle war sehr einsam. Keiner mochte sich so richtig mit ihr beschäftigen. So wurde sie zur Außenseiterin. Sie träumte immer davon, dass sie auf dem Land ihr Leben verbringen würde. Auf Pferden reiten, mit Hunden herumtollen, Kühe melken... So würde sie gern leben. Sie wollte den Tieren und der Natur nah sein.
Eines Nachts, heckte sie einen Plan aus, wie sie aus dem Waisenhaus flüchten könne. Denn sie hatte es satt zu warten. Satt, dass diese Kinder so verschlossen ihr gegenüber waren. Also floh sie eines Morgens, nach dem Frühstück. Die Früh war noch etwas neblig. Die Gräser waren taugedeckt. Niemand merkte Michelles Abwesenheit. Aber das war auch gut so.
Es war ein milder Frühling. Und jetzt schien die Sonne zwischen luftigen Schäfchenwolken. Nach wenigen Stunden erreichte Michelle einen großen Wald, wo Tannen dufteten und dicht und hoch in den Himmel ragten. Michelle war fasziniert von all dem Vogelgesang und deren Gezwitscher. Nie hatte sie so viele verschiede Vogelstimmen vernommen. Nie sich so sehr gewundert, über verborgene Geschöpfe hinter Gebüschen.
Bald wurde es finstere Nacht, und die kleine Michelle wanderte noch immer durch den Wald. Langsam aber sicher, fing sie an sich etwas zu fürchten, denn es war wahrlich düster. Die dichtaneinanderliegenden Tannen wollten das Stern- und Mondlicht nicht durchdringen lassen. Doch bevor das kleine Mädchen ihre Lieder kaum noch offen halten konnte, erreichte sie das Ende des Waldes. Nun fand sie sich auf weiten Feldern wieder – voll saftig grünem Gras. Da es hochgewachsen war, bat es sich an, weich darauf zu liegen.
Es war eine angenehme Nacht gewesen und ein ebenso schöner Morgen. Sanft und hell lachte die Sonne am blauen Himmel und streichelte sanft mit ihren Strahlen alles, was sie berührte. Aber eines war merkwürdig, und bat einen drolligen Anblick: Neben Michelle lag ein Hund! Woher dieser wohl kommen mochte? Freudig schleckte dieser das Gesicht des kleinen Mädchens zur Begrüßung ab. Michelle erwiderte dies mit einer Umarmung. Aber sie sollten nicht lange an Ort und Stelle bleiben. Aufgeregt und eilig gab der Hund Michelle zu verstehen, dass sie ihm folgen solle. Weiter ging es über ein paar Hügel auf dem Feld. Nicht lange und die zwei hatten anscheinend ihr Ziel erreicht.
Ein hiesiger Bauernhof! Es verschlug dem Kind die Sprache. Er sah so aus, wie jener Bauernhof, in ihren Träumen. Michelle folgte dem Hund weiter, der sie zu seinen Herrchen führte. Es war ein junges Bauernpärchen. Sie machten gerade eine kurze Teepause. Vor Verwunderung und Entzücken, goss der junge Mann sich fast zu viel Tee in seine Tasse. Er und seine Frau schauten zuerst Michelle, und dann sich gegenseitig an.
Es war, als ob man es schließlich doch gut mit ihnen meinte, denn die junge Bäuerin hatte schon einmal geboren. Ihr eigen sollte aber nicht bei ihnen weilen. Doch ab heute sollte trotzdem ein Kind unter diesem Dach ein neues Leben beginnen. Mit freudentränenüberströmten Gesichtern nahm das junge Paar die kleine Michelle in ihre Arme. Es war, als ob zwischen diesen drei Menschen ein unsichtbares Band wieder zusammengeheilt war. Sie hatten alle drei einen schweren Verlust hinnehmen müssen. Aber ab jetzt würde alles anders werden. Sie sollten wieder glücklich sein. Eine glückliche Familie.
Ende